Kirche Göbschelwitz

Dass es die Dorfkirche Göbschelwitz überhaupt noch gibt, ist einem Wunder jüngeren Datums zu verdanken. Aufgrund der politischen Veränderungen 1989/90 sah man von der geplanten Abbaggerung des Ortes ab - Dorf und Kirche blieben erhalten.

Die Kirche existiert in ihrer heutigen Form seit 1857. In jenem Jahr wurde das ursprüngliche Gebäude bis auf den Turm abgerissen und ein neugotisches Kirchenschiff mit neugotischer Innenausstattung errichtet.

1859 fand die Einweihung der Orgel, erbaut von dem Orgelbaumeister Eduard Offenhauer aus Delitzsch statt. Leider ist das Instrument nicht mehr spielbar. Die Gemeinde verwendet derzeit ein elektronisches Instrument für die Ausgestaltung der Gottesdienste.

1902 fertigte die Glockengießerei G. A. Jauck (Leipzig) ein Dreiergeläut für die Göbschelwitzer Kirche an. Allerdings mussten davon zwei Glocken für Kriegszwecke eingeschmolzen werden.

In den 1950er Jahren wurden die Kirchenfenster erneuert. Der Leipziger Künstler Max Alfred Brumme entwarf acht Fenster nach dem Bibelspruch: "Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit." (1. Timotheus 3, Vers 16). Zwei weitere Fenster stellen das Weihnachts- bzw. das Osterfest dar. Die Anfertigung der Bleiglasfenster übernahm die Firma Stockinger aus Leipzig.

Das bemerkenswerte Altarbild ist ebenfalls ein Werk von M. A. Brumme. Die Apostel tragen Gesichter ehemaliger Gemeindeglieder im Verbund mit Albert Schweitzer.

1992 fand die Außensanierung mit der Bekrönung des neuen, verkürzten Turmes ihren Abschluss. Danach schloss sich die Innenrenovierung an, so dass Pfingsten 1998 die Wiedereröffnung der Kirche gefeiert werden konnte.

Geschmückter Taufstein zum Erntedankfest